Archive for Kammermusik

28.12.2018 La fantástica travesía navideña musical de Nils

La fantástica travesía navideña musical de Nils

28 de diciembre 2018 20:00h | Exconvento Santo Domingo, Teguise

 

Programm


Dmitri Schostakowitsch: aus Präludien op. 34:

  • Nr. 10 cis-Moll
  • Nr. 15 Des-Dur
  • Nr. 16 b-Moll
  • Nr. 24 d-Moll

Béla Bartók: Rumänische Volkstänze für Violine und Klavier:

  • Jocul cu bâta (Stabtanz). Allegro moderato
  • Brâul (Rundtanz). Allegro
  • Pe Loc (Stampftanz). Moderato
  • Bubiumeana (Kettentanz). Moderato
  • Poarga românesca (Rumänische Polka)
  • Mâruntel (Zwei Schnelltänze). Allegro

Robert Schumann: Märchenbilder op. 113:

  • Nicht schnell
  • Lebhaft
  • Rasch
  • Langsam, mit melancholischem Ausdruck

Peter Tschaikowskij/ Arr. Leopold Auer: Lensky’s Arie aus „EugenOnegin“

Sergej Taneev: „Das Märchen“ aus Suite de concert op.28

Alfred Schnittke: Polka für Violine und Klavier

 


 

 

Foto: Iya Zhmaeva, violín | Natalija Nikolayeva, piano | Diego Bermúdez, narrador

 

Herbst 2018, Konzertreihe: Die Leidenschaft des Reisens | La pasión de viajar

„Es ist ein Treiben in mir …“ 

(Alexander von Humboldt)

 

 

Reise als Lebensspender, als Sinnbild für intellektuelle Entwicklung, als Symbol für Forschungsgeist, als Wegbereiter für den Fortschritt. Die Lust des Entdeckens – eine Leidenschaft, die in der heutigen globalen Gesellschaft aktueller ist denn je. Gemeinsam mit vier großen Persönlichkeiten des 18. und 19. Jahrhunderts aus Deutschland, Spanien und Russland, die die Welt mit ihren Passionen und Visionen bewegt und verändert haben, führen wir Sie auf eine großartige und inspirierende musikalische Reise!

Im Programm Werke von Rodriges Martin, Mendelssohn, Menotti, Rachmaninov u.a.


 

 

José Clavijo y Fajardo stammte aus Teguise auf Lanzarote, ging nach Madrid und machte Karriere als Archivar des Königs. Zu seinem Freundeskreis gehörten einige heute berühmte Schriftsteller oder freie Denker wie Voltaire. Auch sprach er die Empfehlung am spanischen Hof für den jungen Alexander von Humboldt aus.

„Ich habe keine Angst vor dem Tod, schließlich bin ich auf deutschen Bühnen schon oft genug gestorben.“ 

 

(José Clavijo y Fajardo)

Eines seiner Bücher hieß „Der Umgang mit der Eifersucht“. Als absoluter Frauenheld sollte er das aber noch höchstpersönlich kennenlernen. Dem Jóse Clavijo wurde später eine dieser Damengeschichten zum Verhängnis, denn er gab ein Heiratsversprechen der Schwester des berühmten Beaumarchais aber brach diese Beziehung ab. Daraufhin forderte Beaumarchais Clavijo auf zu heiraten oder sich einem Duell mit ihm zu stellen. Clavijo lehnte beides ab. Johann Wolfgang von Goethe machte diese Skandalgeschichte unvergessen. Innerhalb acht Tagen entstand ein Theaterstück „Clavigo“. In diesem Drama reflektierte Goethe insgeheim auch seinen eigenen Treuebruch gegenüber Friederike Brion.


 

 

Alexander von Humboldt – Naturforscher, Universalgenie und Kosmopolit, Gelehrter und Mäzen:

„Es ist ein Treiben in mir, dass ich oft denke, ich verliere mein bisschen Verstand. Und doch ist dies Treiben notwendig, um rastlos nach guten Zwecken hinzuwirken.“ 

 

(Aus dem Brief an Wilhelm Gabriel Wegener, Hamburg, 23. September 1790)

Nach sechsjähriger Vorbereitungszeit eröffnet sich dem Humboldt und seinem treuen Freund, dem Franzosen Aimé Bonpland, die Möglichkeit, Spaniens Kolonien in Süd- und Mittelamerika zu bereisen. Als erste Nicht-Spanier erhalten die beiden Forscher die Erlaubnis des spanischen Königs die Expedition nach Lateinamerika zu unternehmen. Ob stürmisches Unwetter, oder wilde Tiere – nichts konnte den jungen preußischen Forschungsreisenden Alexander von Humboldt davon abhalten, seine Studien über die Zusammenhänge der Natur voranzutreiben.

 

 


Agustin de Betancourt y Molina, einer der wohl wichtigsten spanischen Wissenschaftler des 19. Jahrhunderts, war auch wie Clavijo auf kanarischen Inseln auf Teneriffa geboren.

Angetrieben von seinem Forschergeist und großen Interesse für die Technik, verließ Betancourt die Insel bereits im Alter von zwanzig Jahren. Nach vielen Jahren des erfolgreichen Studierens und Schaffens in Madrid, Paris und Großbritannien reiste Betancourt 1807 auf Einladung von Zar Alexander I. nach Sankt Petersburg, wo er sich in dessen Dienste begab.

Nachdem er zum Marschall der russischen Armee ernannt wurde und auch als Berater für die Abteilung der Kommunikationswege arbeitete, wurde ihm später der Titel eines Inspektors des Instituts für Ingenieurwissenschaften zuteil, bis er zum Direktor der Abteilung für Kommunikationswege aufstieg. Er wirkte aktiv am Wiederaufbau des abgebrannten Moskau mit und arbeitete an verschiedenen technischen und infrastrukturellen Projekten. Unter anderem war er am Bau der Kuppel der 1818 begonnenen Isaakskathedrale in St. Petersburg beteiligt und gilt als einer der ersten Verfasser von Fachliteratur über Maschinen.

 

 


Iwan Aiwasowskij

In Russland ist dieser Maler ein Held, in Europa nahezu unbekannt. Neben Ilja Repin gilt Aiwasowskij als populärster Maler des 19.Jahrhunderts. In Feodossija auf der Krim geboren, Sohn armer armenischer Kaufleute, bemalte er mit den Kohlen des Ofens die weißen Hauswände der kleinen Hafenstadt. Seine Zeichnungen seien einem einflussreichen Bürger der Stadt aufgefallen, der ihn förderte. Mit sechzehn Jahren ging er nach Sankt Petersburg auf die Akademie, stieg auf, bekam schnelle und große Anerkennung, Förderung des Zaren, die Reisen bezahlt und lernte wichtige Leute kennen, darunter auch Puschkin. In Venedig traf Aiwasowskij auf den vierzig Jahre älteren, britischen Maler William Turner, der die Werke von Aiwasowskij in Ausstellungen in Italien, London und Paris gesehen hatte und begeistert war.

Gigantisch gewaltige Wellen, die ganze Kraft der Natur, martialische Seeschlachten und strahlende Sonnenuntergänge im Großformat sind mit großer Intensität und Unmittelbarkeit auf seinen Gemälden festgehalten. Aiwasowskis Bilder erzählen in einer großen malerischen Geste von der Erhabenheit der Elemente und der Winzigkeit des Menschen, angesichts der Übermacht der Natur. Aiwasowskijs Reiselust war enorm – es gab kaum ein Meer, welches Aiwasowskij nicht gesehen hätte. Mit fast achtzig Jahren begibt sich der Marinist nach Amerika um die Niagarafälle erleben und malen zu können.

 

 


Eine musikalische Reise mit:

  • Ciró Miró (Sprecher, Spanien/Berlin),
  • Iya Zhmaeva (Violine, Spanien/Lanzarote),
  • Ayoze Nicolas Rodriguez Martin (Klarinette, Spanien/Lanzarote)
  • Natalija Nikolayeva (Klavier, Berlin)

 

 

» Read more

Repräsentant der Musik…

Repräsentant der Musik


… Das Klavier sei, recht gesehen, der direkte und souveräne Repräsentant der Musik selbst in ihrer Geistigkeit, und darum müsse man es erlernen. Aber Klavierunterricht sollte nicht, oder nicht wesentlich und nicht zuerst und zuletzt, Unterricht in einer speziellen Fertigkeit sein, sondern Unterricht in der – „Musik!“ 

(Thomas Mann, „Doktor Faustus“)